Real Yoga Life // meine ersten Sessions

1, 2, 3…

Kaum zu glauben, inzwischen habe ich bereits dreimal im Shivasloft unterrichtet. Fühlt sich an wie ein „ein bisschen angekommen“. Trotzdem schlägt mein Herz noch immer ein paar Takte schneller kurz vor Beginn der Stunde. Und ich hoffe sehr, dass das noch lange so bleibt.

Ich vertrete aktuell einen Flow 1-2 Kurs, 20 Uhr Mittwochabends. Flow bedeutet, dass die Bewegungen an die Atmung gekoppelt sind; eins werden, und die Asanas werden zu Sequenzen verbunden. Abgerundet werden meine Sessions durch Atem- und Meditationsübungen am Anfang und Ende der 90 Minuten.

Die Sequenzen erstelle ich immer selbst: ich habe festgestellt, dass ich sie dann viel schneller abrufen kann. Wie meine Yogastunden entstehen, kannst du hier (Link) nachlesen.

// Session eins

Am 11. Oktober fand meine erste Stunde statt. Oh man, war ich aufgeregt… die Sequenz stand in Prinzip schon, aber stellte sich bei der Generalprobe mit einer Freundin während unserer kleinen Auszeit in den Niederlanden als viel zu lang heraus. Wir überlegten zusammen was rein muss: aus meiner Sicht und aus dem was meiner Freundin besonders viel Spaß gemacht hat. Hatte den Vorteil, dass ich dadurch schon einen Teil meiner zweiten Stunde fertig hatte… es musste einfach nur warten.

Am Montag besuchte ich dann extra noch einmal eine Yogastunde Flow 1: die mich tatsächlich auf den Boden der Tatsachen zurück gebracht hat. Ich hatte mir viel zu viel vorgenommen: eigentlich eine Lektion, die wir in der Ausbildung bereits gelernt hatten. Wir haben so wahnsinnig viel gelernt, daraus das wichtigste in kleinen in die eigenen Stunde zu packen, ist die Herausforderung des Yogaalltags 😉
Aber die besuchte Stunde und die Erkenntnis machte mich ruhiger, ich war wieder zuversichtlich, dass ich gut vorbereitet war und mich nur selbst viel zu sehr unter Druck gesetzt hatte.

Den Tag meiner ersten Unterrichtsstunde hatte ich mir extra freigekommen. Ich wollte entspannt sein, ohne dem Switch vom Job. Der Tag verlief auch gut: ich erledigte ein paar Dinge, wiederholte die Sequenz, kochte mir was leckeres und gönnte mir sogar einen längeren Powernap: ein Tag nur für mich eben.

Zur Stunde kamen meine beste Freundin, eine gute Freundin aus der Ausbildung und vier weitere Yogis. Ich war happy aber auch mega aufgeregt. Da hilft nur tief durchatmen und starten: mit einer kleine Meditationsübung, einem gemeinsamen OM (meins war das kürzeste, mein Herz schlug so doll, da blieb kein Platz für Luft in den Lungen 😉) und gewaltigen Herzklopfen meinerseits.

Als der praktische Teil startete, normalisierte sich mein Puls … bzw. er hatte einen echten Grund mal ordentlich zu schlagen. Mein Flow bestand aus tendenziell einfachen Asana und einigen simplen Balancen, aber er fordert doch einiges an Kraft und Koordination. Langweilig war es niemanden, mit Sicherheit.

Der Flow funktionierte, ich hatte riesen Spaß am Unterrichten… hatte aber so meine Schwierigkeiten damit, mich von der Matte zu lösen und einfach mal nur die Sequenz anzusagen. Das ist auf jeden Fall eine Baustelle.

Zum Ende der Stunde kam der große Stolz… als meine Yogis im Savanasa, der Endentspannung, lagen, machte ich mir bewusst, was ich geschafft hatte. Für mich war diese erste Stunde der gefühlte Abschluss meiner Ausbildung und damit der Start in die reale Yogawelt.

So ganz richtig ist das ja nicht, mein Examen bekomme ich erst am 25.11.2017 zurück. Aber das erste Mal in einem Studio gegen echte Bezahlung zu unterrichten: ohne Frage ein Meilenstein meines Weges. Und für mich persönlich eben auch der letzte Punkt im Kapitel „Ausbildung“.

Das Feedback war toll und vor allem die Gesichter am Ende der Stunde sprachen für sich. Aber die lieben Worte der Yogis sind so wichtig gewesen. Zusammen klönten wir noch ein wenig über die Stunde und mein Freund holte mich extra ab um sich das Studio anzusehen. Daheim feierten wir noch mit einer guten Flasche Prickelndem meinen besonderen Tag.

// Session zwei

Die zweite Session kam schnell… ein neuer Flow musste her. Dank Festlegung, was meine Schwerpunkte für die Session sein sollen, ging das recht schnell. Dieses Mal arbeitete ich auch vorher ganz normal. Und zum Glück fand die Stunde statt: es kamen leider nur zwei Yogis. Das ist an sich leider normal: 20 Uhr ist spät und als Yogalehrerin habe ich mir noch keinen Namen machen können. Das braucht seine Zeit.

Und wieder funktionierte meine Stunde: Rückbeugen für „sich fallen lassen“ und Hüftöffner zum „Momente aushalten“ waren die grundlegende Idee der Stunde. Die angeleitete Meditation am Anfang der Stunde stimmte bereits auf diese beiden Schwerpunkte ein. Jede Asana für sich war (in den Variationen) für jeden machbar. Der Flow, die Übergänge, die Wiederholung und der ständige Fokus auf die gleichmäßige und tiefe Atmung machten die Stunde aber auch fordernd.

Ich konnte mich dieses Mal in Teilen von der Matte lösen. Und ich fühlte mich sehr in meinem Element. Während der Stunde kam immer mal wieder der Gedanke „Yes, yes, yes, das fühlt sich großartig an“, aber dann war der Fokus auch ganz schnell wieder im Moment.

Für mich ist Feedback unheimlich wichtig. Ich kann nicht alle Wünsche erfüllen, aber ich möchte sie zumindest wissen. Nach dieser Stunde kam der Wunsch nach mehr manueller Korrektur auf. Ich verwende viele Worte für meine Flows, um in die Asana zuführen: eine gute Ausrichtung ist mir unheimlich wichtig. Während einer fließenden Stunde „Hand anzulegen“ ist definitiv eine Herausforderung. Und zum Glück habe ich in meiner Ausbildung eben auch gelernt, dass man nicht alles in eine Session unterbringen kann. Manchmal darf dann auch die Erkenntnis da sein, dass ein Flow-Kurs nicht die geeignetstes Form von Yoga ist, um die Ausrichtung manuell zu korrigieren: sondern der Besuch einer Hatha Yoga Stunde oder auch mal einem Workshop diesem Bedürfnis besonders gerecht werden kann.

// Session drei

Auf dem Papier und im Kopf stand die Sequenz schnell: Schwerpunkte sollten Balancen und Twists sein. Und eigentlich sollte dies alles in der Peakpose Ardha Chandrasa (der Halbmond) enden. Eine solche Stunde hatte ich, einschließlich Story Telling, bereits als eine der letzten Stunden von Yoga im Park erstellt. Und die Session sollte die Blueprint für meine dritte Stunde werden.

Aber die Authentizität kam mir dazwischen. Auf der Matte entstand dann etwas ganz anderes: Ardha Chandrasana spielte eine Rolle, aber nicht den Mittelpunkt. Der Fokus bestand auf der Übung, die Dinge anzunehmen: wenn man aus der Balance fällt… nicht schlimm, wir richten uns neu aus und machen weiter. Wenn die Gedanken kommen, alles fein… wir nehmen sie wahr und lassen Sie weiterziehen. Wenn wir eine Asana noch nicht können… bleiben wir in der Variante, die für uns passt. Und den Abschluss meiner Stunde machte eine Geschichte über die Reflexion wie wir miteinander kommunizieren, vor dem Hintergrund der Ermutigung: ich hatte sie am Wochenende gelesen und wollte sie unbedingt weitergeben. Das fühlte sich für dieses Mal richtig an und ich schob meine eigentliche Idee zur Seite… etwas zu transportieren, was sich richtig anfühlt, ist für mich viel einfacher als ein Konzept, das mal das richtige gewesen ist.

Und es passte letztlich alles zusammen. Ich war sehr zufrieden mit meiner dritten Stunde.

Danach standen zwei Wochen Pause an, bedingt durch Feiertage, meiner Reise nach New York und meinem Job.

Fazit

Ich liebe es Yoga zu unterrichten. Mit allem was dazugehört. Großartig finde ich vor allem die kreative Komponente: inspiriert während meiner Reise nach Manchester, entstand z.B. die Asana „Manchester Dancer“. Und all die Dinge, die mich selbst antreiben und inspirieren, wie die Übung mit der Meditations-App „Headspace“, Sprüche in Journals und die Musik… es ist mein Ding.

Ausblick

Bis Ende November unterrichte den den Kurs am Mittwochabend noch. Für danach habe ich zwei Ideen im Kopf über die ich berichten werde, sobald sie konkret genug sind.

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