Was hab ich vor?

Das Essen ist halb kalt und scharf. Aber geschmacklich gut. Der Fan, der mich regelmäßig anpustet, hilft gegen die innere Hitze, die durch die Schärfe gerade aufsteigt. Von der Strasse kommt unerlässlich der Lärm der Motorbikes und Autos, in der Küche neben wird irgendwas gehackt. Ich bin in Canggu, dem zweiten Ort meiner Reise. Ich sitze in JAWA Warung, schräg gegenüber von meinem Guesthouse. Ich bin hier nur gelandet, weil ich auf einem richtigen Tisch schreiben wollte: den es in meinem Guesthouse nicht gibt. Eigentlich bin ich ziemlich ko und wollte heute gar nicht mehr raus, aber ich hab so Lust endlich auf meinem kleinen Blog über meine Reise zu schreiben. Und ich hatte Hunger.

Den Grundstein für diesen Moment habe ich vor über einem Jahr gelegt, als ich meinen Chef um ein neunmonatiges Sabbatical gebeten habe und er zugestimmt hat. Neun Monate raus aus dem Job und davon sechs Monate reisen, war die Idee. Einen Winter in Deutschland komplett aussetzen. Einmal das „Hamsterrad des Bekannten“, wie ich es gerne bezeichne, verlassen und gucken was sonst noch so in mir steckt und in der Welt los ist.

Wohin genau mich die Reise bringen wird, weiß ich selbst jetzt noch nicht: Asien, tendenziell. Gerade weiß ich nur, dass ich bis nächsten Montag noch in Canggu bleiben möchte, dass ich Weihnachten und Silvester in Yogyakarta verbringen und Mitte Januar 2019 meinen Freund in Thailand treffen werde. Vor zehn Nächten, am 4. November 2018, ging die Reise ab Frankfurt los. Erstes Ziel war Ubud auf Bali, wo ich die ersten sieben Nächte im Voraus gebucht hatte: die einzige Buchung einer Unterkunft für die Reise (mit Ausnahme der gemeinsamen Zeit mit meinem Freund in Thailand). Und am 2. Mai 2019 werde ich, wenn es wie geplant dabei bleibt, wieder in Frankfurt landen. Mein Rückflugticket ist flexibel, bis zu dreimal kann ich Abflugort und -datum ändern. Dazwischen ist es mein Plan, keinen (detaillierten) Plan zu haben.

Das ganze Projekt finanziert sich über meine Ersparnisse: jeden Monat habe ich seit Oktober 2018 Teil meines Gehaltes auf ein anderes Konto umgebucht. Dort sind auch meine Einahmen von Yogaunterrichten gelandet. Außerdem habe ich ein Zimmer meiner Wohnung als Wohngemeinschaft untervermietet, was meine fortlaufenden Fixkosten in Deutschland deutlich reduziert. Aufgrund des Sabbaticalvertrages mit meinem Arbeitgeber, bleibe ich auch sozialversichert in Deutschland, denn ein Teil meines Gehaltes wurde direkt einbehalten und nun monatlich nachträglich ausgezahlt. Ich reise mit dem Rucksack (der aktuell gute 18 Kilo wiegt) und werde in günstigen Unterkünften, tendenziell in Hostels im Mehrbettzimmer, wohnen. Mein Luxus werden viele Yogastunden sein, sowie Massagen und leckeres Essen.

Ich habe volle Rückendeckung durch meine Familie und meinen Freund. Ich reise alleine, aber ich weiß, dass Zuhause immer jemand für mich da ist. Es ist keine Flucht, es ist ein Abenteuer. Nach Ablauf des Sabbaticals, kann ich ab Juli 2019 wieder in meinen Job zurück. Ich bin für diese Sicherheiten im Backround sehr dankbar.

Nach den ersten zehn Nächten dieser Reise kann ich sagen, dass mir die Wärme und die Sonne wahnsinnig gut tuen. Dass ich den Flow aufgegriffen habe und vertraue, in das was passieren wird und in mich selbst.

Ich habe drei echte Bücher im Gepäck (ansonsten nutze ich den Kindle): eins über Indonesien von Christina Schott und zwei von Frank Berzbach (Die Kunst ein kreatives Leben zu führen / FORM BEWUSST SEIN). Und ich glaube, dass diese Bücher sehr wichtig für mich sein werden. In Indonesien werde ich wohl die längste Zeit der Reise insgesamt verbringen. Und Frank Berzbach und seine Sichtweisen werden mich dabei unterstützen, meinen Blick auf das Leben und die Welt und meine Gedankenmuster zu öffnen. Insgesamt möchte ich kreativer leben, ausprobieren, gestalten und erleben. Ich möchte den Menschen zuhören, ihre Welt kennenlernen. Ich werde auf dieser Reise sicher viele Erfahrungen sammeln, mich selbst noch einmal neu kennenlernen und dazulernen.

Der Blog über mein Sabbatical wird ein Review meiner Erlebnisse werden. Wenn es nach mir geht, auch Geschichten über die Menschen, die mir begegnen.

Ich freue mich, dass du bis hierhin gelesen hast und meine Reise vielleicht mitverfolgst. Schreib mir gerne wenn du Fragen, Ideen, Anregungen oder was auch immer hast. Tägliche Eindrücke werden über meinen Instagramaccount yyvi_ laufen, also schau auch da gerne vorbei und folge mir.

Sampai ketemu lagi, eure Yvi

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