Yoga Teacher Training // Session 2

Das zweite Wochenende der Ausbildung, welches vom 24. März 2017 bis 26. März 2017 stattfand, kam unheimlich schnell: dieses Mal waren wir am Freitagabend im Shivasloft, sowie Samstag und Sonntag ganztägig.

Ich hatte kurz vor dem Treffen am Freitag noch die Wiederholungsfragen im Dropbox-Folder entdeckt und bekam einen echten Dämpfer: aus dem Kopf konnte ich nur den eher praktischen Teil der Fragen beantworten. Aber die Bedeutung von Sanskritworten und anatomische Begriffe… da bestanden einige Lücken.

Es war von Anfang an klar, hat sich aber in diesem Moment mit aller Deutlichkeit nochmals gezeigt: die Ausbildung nimmt viel Zeit in Anspruch und man muss sich gut organisieren. Ich hatte viel für die Ausbildung getan in den Wochen zwischen den Sessions: die Posesheets bearbeitet, Texte gelesen, an meiner Praxis gearbeitet, mich mit den anderen Yogis der Ausbildung zum Üben getroffen, einen Yoga Anatmie Workshop bei Leslie Kaminoff besucht (den Artikel zu dem Workshop findet ihr hier) … aber auch einiges eben nicht. Die Zeit neben Vollzeitjob und Freund / Freunden und anderen Interessen ist begrenzt und ich habe mich schwer getan die Ausbildung so zu priorisieren, dass mehr Zeit für Wiederholung und Vertiefung zur Verfügung stand.

Schwerpunkte des zweiten Wochenendes waren die Atmung und Twist-Asana (Drehhaltungen der Wirbelsäule) neben einer großen Portion Anatomie, Geschichte und Yogatradition, vielen praktischen Übungen und vor allem anspruchsvoller Praxis in welcher vor allem die Twists eine große Rolle spielten.

Meine Top 3 der zweiten Session, von denen ich euch mehr im Detail schreiben möchte, waren:

Die Arbeit mit den Beinen – „inner / outer spiral“

Wir haben sehr ausführlich über die Arbeit mit den Beinen während einer Asana gesprochen und viele Übungen dazu gemacht. Ausgehend von der Berghaltung haben wir die „inner spiral“ und „outer spiral“ gesprochen und ihre Wirkung auf Stabilität, Balance und Ausrichtung in verschiedenen Asana ausgearbeitet und ausprobiert.

Die „inner spiral“ verläuft dabei von der Innenseite des Fußes nach außen und oben entlang der Beine, durch das Becken bis zum höchsten Punkt der Hüfte. Die „outer spiral“ verläuft von der Hüfte die Beine hinter zur Außenkante der Füße. Es ist kein konkreter Muskel den man damit bezeichnet, vielmehr eine gedachte Energiespirale. Die Arbeit mit ihnen ist anstrengend, aber mir hat es sehr geholfen für die Ausrichtung in den einzelnen Asana.

Kevin hat viel selbst demonstriert und veranschaulicht, nicht selten durch Übertreibungen. Wir haben sehr viel gelacht – auch wenn es anstrengend war mit den Muskeln und der Hüfte so intensiv zu arbeiten.

Die Yogapraxis

Wir haben am Samstag und Sonntag jeweils eine lange und intensive Praxis gemacht. Sie waren anstrengend, weil wir auf so viele Dinge geachtet haben, die wir zuvor besprochen haben. Und weil er viele Drehungen der Wirbelsäule eingebaut hat, die mich persönlich innerlich stressen. Stress definiere ich in diesem Zusammenhang positiv als Anstrengung, ich muss mich wahnsinnig konzentrieren und tief atmen damit ich diese anatomisch korrekt ausübe und nicht schludere. Sie fallen mir nicht so leicht wie Vorbeugen, die ich einfach nur genießen kann.

Unterrichten

Yeah, wir durften uns wieder gegenseitig anleiten, ich hatte Spaß dabei und es funktionierte gut. Es war unsere Hausaufgabe zwischen den Sessions, aber auch innerhalb der Session.  Vieles konnte ich schon ohne meine Spickzettel und ich fühlte mich sehr wohl dabei. Am Samstagabend hatte sich auch mein Freund als Yogadummy zur Verfügung gestellt, das war auch eine tolle Erfahrung.

Wir haben an diesem Wochenende viel über den Core und die Atmung gesprochen, also die Stabilität im Oberkörper und dazu viele Übungen gemacht. Dazu kamen einige Atemübungen. Wir sind tiefer in die Anleitung einer Yogapraxis eingestiegen und haben die „5 events of your yoga pose“ besprochen, die vor allem in der Anusara Yogapraxis sehr direkt in den Fokus gestellt werden und die Struktur einer Asana sehr genau bezeichnen.

Interessant und witzig fand ich unser Gruppengespräch über verschiedene Typen von Yogastudenten, mit ihren Bedürfnissen und Erwartungen an eine Yogastunde: Dabei ging es nicht darum die Yogis in Schubladen zu stecken und einen Masterplan zu entwerfen, sondern ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Erwartungen an eine Stunde sehr unterschiedlich sein können und Möglichkeiten auszuarbeiten darauf einzugehen. Zumal in jedem Yogi voraussichtlich mehr als ein Typ steckt und dies auch noch von der Tagesform anhängig sein kann. Ich kann das von mir aus nur bestätigen: manchmal habe ich nur Lust auf eine anstrengende, dynamische Praxis und will nichts von Atemübungen wissen und schon gar nicht lange drüber reden. Andere Male finde ich Atemübungen megagut um erst einmal im Moment anzukommen und finde es klasse wenn der Lehrer sich einen Schwerpunkt der Praxis raussucht und einen Teil der Praxis eher wie einen Workshop aufbaut.

Bis zur dritten Session sollen wir die Patanjalis Yogasutras lesen, weitere fünf Posesheets erstellen, die Anleitung der Sonnengrüße A und B ohne Spickzettel und in Variationen üben und wieder diverse Texte lesen. Als persönliche Hausaufgabe nahm ich das Üben von Kopfstand und Handstand: da steckt leider noch eine riesen Blockade in mir, an der ich arbeiten möchte.

Die zweite Session war kürzer als die erste, ich kam mit dem Pensum gut klar und hatte direkt einige Ideen meine eigene Praxis zu pushen.

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